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Digitale Souveränität – In welchen Bereichen ist digitale Souveränität überhaupt möglich, sinnvoll und/oder notwendig?

Wie schon im letzten Teil angedeutet, ist die aktuelle Situation komplex. Es gibt in vielen Bereichen der digitalen Welt Oligopole oder sogar „de facto“ Monopole, die sich nicht so einfach aus der Welt schaffen lassen. Man denke nur an Themen wie Speicherchips, die aufgrund des KI-Hypes preislich in Höhen geschossen sind, die man eigentlich nur mehr als schwer unanständig beschreiben kann. Der Grund dafür: große Player im Digitalbereich kaufen von den wenigen Produzenten ganze Jahresproduktionen im Voraus auf.

Dass diese Vorgehensweise Auswirkungen auf die Preise von Speicherhips hat, ist daher nur logisch. Die Frage, die sich daher stellt lautet: Zu welchen monopolistischen Strukturen müssen dringend Alternativen gefunden werden und wo ist das überhaupt machbar?

Hardware: wäre dringend nötig ist aber so gut wie unmöglich umzusetzen. Die Volatilität bei Hardwarepreisen ließe sich mittelfreistig wohl nur durch selbstgewählte Beschränkungen für den Kauf von Bestandteilen eingrenzen. Wenn Hardware-Budgets international gesetzlich auf einen bestimmten Höchstbetrag limitiert wären, gäbe es zwar immer noch Preisschwankungen, aber diese würden sich in Grenzen halten. Das Problem dabei sind dann allerdings Staaten, die solche weltweiten Vereinbarungen nicht anerkennen (siehe Menschenrechte, Internationaler Gerichtshof, etc.) oder nach Belieben umgehen. Sanktionen wären aus den gleichen Gründen eher wirkungslos.

Software: Hier ist die Situation etwas weniger dramatisch. Ja, es gibt Marktteilnehmer, die ein gerüttelt Maß an Einfluß auf den Markt und ihre Kunden haben, aber ein Wechsel zu Open Source Software könnte viele Probleme in dieser Hinsicht lösen. Mittlerweile geht der Trend in einigen Bereichen ohnehin in diese Richtung, was durchaus zu begrüßen ist. Die Marktanteile auf dem Servermarkt spiegeln das wider (Linux ca 70% gegenüber Microsoft ca 20%).

Bei Software-Komponenten im Bereich der IT-Infrastruktur (zB Virtualisierung, Security) gibt es allerdings immer noch starken Nachholbedarf

IT-Services: Die meiner Meinung nach zentralen Themen bei IT-Dienstleistungen sind der Datenschutz (aus verschiedenen Gründen) und die Verfügbarkeit. Die EU hat mit der DSGVO einen wichtigen Schritt bezüglich Datenschutz getan. Auch wenn die DSGVO nicht optimal ist (wird sie auch nicht sein weil man es ohnehin nicht allen recht machen kann), so bietet sie im Datenverkehr einen recht guten rechtlichen Hebel.

Was meiner Meinung nach im Argen liegt, sind Services wie Social Media, Nachrichten, Kommunikation, Bezahlsysteme, Cloud-Speicher und Cloud-Anwendungen. Hier ist es aus meiner Sicht unbedingt notwendig, die Vormachtstellung der etablierten Player aufzubrechen und europäische Alternativen aufzubauen. Die Akzeptanz bei Unternehmen sollte maßgeblich durch legislative Maßnahmen seitens der EU gefördert werden.

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